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Acht Generationen Golf – Eine Erfolgsgeschichte

Acht Generationen Golf – Eine Erfolgsgeschichte

In der nunmehr achten Generation ist der VW Golf das Vorzeigeauto der Deutschen. Seit dem Produktionsbeginn des Golf I im Jahr 1974 wurden insgesamt über 35 Millionen Fahrzeuge gebaut. Sein Erfolg in den vergangenen 45 Jahren führte dazu, dass das Fahrzeugsegment der sogenannten Kompaktklasse auch als „Golfklasse“ bezeichnet wird. Zum Start des Golfs VIII im Dezember 2019 blicken wir gerne ein wenig in die Vergangenheit und zeigen Ihnen, wie sich der Verkaufsschlager des Volkswagen-Konzerns seit 1974 entwickelt hat.

So fing alles an

Wir gehen zurück in die frühen 1970er Jahre. Der Wunderkäfer, der als eines der Sinnbilder für den Aufschwung der Nachkriegszeit gilt, ist mit seiner Luftkühlung und Heckmotoren-Technologie veraltet und findet immer weniger Kunden. Der VW-Konzern befindet sich in einer existenziellen Krise und schreibt hohe Verluste [Quelle https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41419734.html].

Mit Hochdruck arbeiten die Ingenieure an einem attraktiveren Modellprogramm mit modern gestalteten Fahrzeugen mit wassergekühlten Frontmotoren, das die bisherige Modellpalette ablösen und den VW-Konzern aus seiner Absatzkrise führen soll. Unter Zuhilfenahme von Fahrzeugtechnik der einige Jahre zuvor erworbenen VW-Tochter Auto Union („Audi“) wird u. a. 1974 der erste Golf geboren. Die anderen Fahrzeuge sind der Kleinwagen Polo, das Sportcoupé Scirocco und der Mittelklassewagen Passat.

Offenbar zur Überraschung der Konzernleitung entwickelt sich der Golf innerhalb weniger Monate zu einem großen Verkaufserfolg, der bis heute anhält. Speziell in Deutschland ist der Golf praktisch seit Produktionsbeginn fast durchgehend das Fahrzeug mit der höchsten Zahl an Neuzulassungen, teilweise mit über 400.000 Fahrzeugen pro Jahr.

Modellgeschichte

Golf I - Der Ur-Golf tritt an, um die Kompaktklasse zu erobern

Die erste Generation des VW Golf (I Typ 17) kommt 1974 auf den Markt. Den VW Golf I gibt es als drei- und fünftürige Limousine und zwischen 1979 und 1982 auch als zweitüriges Cabrio. Zunächst stehen zwei Motoren zur Auswahl, der 1,1-Liter-Benziner des Audi 50 mit 50 PS und der 1,5-Liter-Benziner (70 PS) aus dem Audi 80. 1976 folgen der Diesel mit erst 50 und später 54 PS. Innerhalb der neun Produktionsjahre kommt es zwei Mal zu einer Überarbeitung bei der Optik und Karosserie. Nach über 6 Millionen produzierter Einheiten wird im August 1983 der Nachfolger VW Golf II vorgestellt.

Golf II – bewährt, haltbar und doch ganz anders

In den acht Jahren zwischen 1983 und 1991 rollt dann der zweite Golf in Wolfsburg vom Band. VW bleibt bei Karosserieform und Technik beim bewährten Konzept, dennoch wird der Golf II von Grund auf neu konstruiert. Gegenüber dem Vorgänger wird der Wagen um 17 cm länger, der Radstand nimmt um 7,5 cm zu und das Leergewicht in der kleinsten Motorisierung steigt um 95 kg. Der längere Radstand und die bauchigere Figur sorgen für mehr Platz im Innenraum. Vor allem die Haltbarkeit dieses Modells ist legendär. 2008 sind immer noch mehr als eine Million Golf II in Deutschland zugelassen. Insgesamt laufen bis 1992 rund 6,3 Millionen Golf der zweiten Generation vom Band. Insgesamt sind es bereits 1988 10 Millionen Golf-Fahrzeuge.

Golf III – aerodynamischer und leistungsstärker

Bereits zur Nummer eins der Kompaktklasse aufgestiegen, tritt der dritte Golf ab 1991 in die Fußstapfen seiner Vorgänger. Optisch erhält der Golf III jetzt u. a. mandelförmige Scheinwerfer und bündig verklebte Scheiben, die die Aerodynamik erheblich verbessern.

Erstmals wird der Golf mit Sechszylinder (VR6) und TDI-Motor angeboten. Der Golf TDI ist damit der erste Kompaktwagen mit Turbodiesel-Direkteinspritzer. Er verbindet extreme Sparsamkeit mit sehr guten Fahrleistungen. Bis zum Modellwechsel 1997 wurden über 4,8 Millionen Fahrzeuge gebaut. Damit hat sich der Modellzyklus von einst neun Jahren auf sechs reduziert.

Golf IV - Audi-Qualität für die Kompaktklasse

Mit dem Golf IV macht das Auto einen großen Fortschritt in Sachen Qualität und Wertigkeit. Die Karosserie ist erstmals elektrolytisch vollverzinkt und VW gibt eine zwölfjährige Garantie gegen Durchrostung. Er erhält eine vollverzinkte Karosserie und eine deutlich verbesserte Haptik und Optik im Innenraum. Optisch greift er das Design seines Vorgängers wieder auf. Auch der Golf IV wird nur noch sechs Jahre produziert, bevor sein Nachfolger erscheint.

Golf V – Technisch und qualitativ führend

Immer deutlicher lässt VW die Mitbewerber in der Kompaktklasse hinter sich. Auch der Golf V überzeugt in Sachen Technik und Qualität. Der noch junge TDI Motor, der 2006 erschienene 1,4-Liter-TSI-Motor sowie der wiederbelebte Golf GTI in alter GTI-Tradition setzen Maßstäbe in seiner Klasse.

Kunden mit erhöhtem Platzbedarf finden ab 2005 beim Händler den Golf Plus, der auf der Plattform des Golf V basiert. Gegenüber dem Standard-Golf ist er in der Höhe gewachsen, bietet eine höhere Sitzposition und mehr Platz im Fond. Seit 2007 liefert VW auch wieder einen Golf Variant, der auf dem Jetta basiert und circa 30 Zentimeter länger ist als die Golf-Limousine. Dennoch ist bereits fünf Jahre später Schluss mit dem Golf V. Im August 2008 startet in Wolfsburg die Produktion des neuen Golf VI.

Golf VI - Flacher, eleganter und markanter

Der Sechser gibt sich alle Mühe, so elegant und zeitlos aufzutreten, wie es beispielsweise Golf Nummer vier vorgemacht hat. Er erhält ein komplett neues Gesicht mit einem wuchtigen XXL-Grill, das den neuen Golf breiter und selbstbewusster wirken lässt. Der Golf VI rollt sogar nur vier Jahre (2008 – 2012) vom Produktionsband.

Golf VII – Baukastenauto und Elektroantrieb

Die Produktion des Golf VII läuft Anfang August 2012 an, die Kombiversion Golf VII Variant startet im April 2013 im Volkswagenwerk Zwickau. Der Golf VII und der Audi A3 8V sind die ersten beiden Modelle des Volkswagenkonzerns, die auf der MQB-Plattform basieren. MQB steht für modularer Querbaukasten; die Plattform wird seit 2012 bei neuen Modellen mit quer eingebautem Motor eingesetzt. Volkswagen entwickelte das Baukastensystem, um mehr Variabilität als beim Plattformkonzept zu haben.

Seit Februar 2014 ist der Golf VII als Elektroauto e-Golf erhältlich, im August 2014 erschien mit dem Golf GTE eine Plug-in-Hybrid-Version mit Verbrennungsmotor und Elektromotor.

Anfang 2017 wurden sämtliche Modelle einer Modellpflege unterzogen. Anders als zuletzt die Vorgängerversionen stoppt VW den Zyklus-Wettlauf und lässt die siebte Generation auch sieben Jahre (2012 bis 2019) produzieren.

Golf VIII – Eine Generation komfortabler, intelligenter, vernetzter

Der VW Golf VIII wurde am 24. Oktober 2019 in der Autostadt in Wolfsburg der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Kombi („Variant“) soll Ende 2020 folgen.

Der Golf VIII basiert auf der gleichen Plattform wie sein Vorgänger, jedoch auf der aktualisierten, zweiten Generation des modularen Querbaukastens, wodurch die Abmessungen ähnlich wie die des Vorgängermodells sind. Als neue äußere Ausstattungsmerkmale werden nun alle Leuchtmittel (Ausnahme ist der Blinker des Basismodells) in LED-Technik ausgeführt.

Insgesamt ist der neue Golf deutlich digitaler geworden, ein genereller Trend in der Automobilindustrie. Vor allem das Interieur wird von VW fit gemacht für die Generation Smartphone. Konsequent verzichtet der Golf auf Taster und Schalter und setzt mit Hilfe des neuen Innovision Cockpits auf ein multimediales, digitalisiertes Bedienerlebnis. Virtuelle Instrumente, ein ziemlich frei konfigurierbarer Touchscreen, Sensorfelder für Licht und Co, berührungsempfindliche Slider statt haptischer Drehschalter und dazu eine Sprachbedienung ohne feste Befehle sowie eine umfassende Gestensteuerung sind beim Golf VIII an Bord. Die Zukunft lässt grüßen. Neu ist auch, dass bei VW zum ersten Mal im großen Stil neue Funktionen, wie z. B. Navigation oder ein wischender Blinker sowie Updates «over the air» und «on demand» dazu gebucht werden können.

Mit der optionalen Car2X-Technologie unterhält sich das Auto per WLAN mit anderen Fahrzeugen – der erste Baustein für das autonome Fahren.

Auch unter der Haube tut sich einiges. Trotz aller elektrischer Euphorie beweist VW, dass der Verbrenner noch lange kein Auslaufmodell ist. Die Ingenieure und Entwickler haben den Verbrauch um bis zu 17 Prozent gedrückt und sorgen dank einer neuen Katalysatoren-Technik mit doppelter Harnstoffeinspritzung für 80 Prozent weniger Stickoxide. Der Golf VIII ist (laut VW) damit einer der saubersten Diesel der Welt.

Interessant ist die Nachricht, dass Volkswagen die Produktionszeit eines Fahrzeugs im Vergleich zum Vorgänger um eine Stunde reduzieren konnte. Effizienz sei Dank.

Übersicht Baujahre und Maße

Modell

Baujahre

Länge x Breite

Leergewicht

Golf I 1974 - 1983 3705 mm x 1610 mm 750 - 805 kg
Golf II 1983 - 1991 3985 mm x 1665 mm 845 - 1165 kg
Golf III 1991 - 1997 4020 mm x 1695 mm 960 - 1380 kg
Golf IV 1997 - 2003 4149 mm x 1735 mm 1050 - 1477 kg
Golf V 2003 - 2008 4204 mm x 1759 mm 1155 - 1590 kg
Golf VI 2008 - 2012 4199 mm x 1779 mm 1217 - 1541 kg
Golf VII 2012 - 2019 4255 mm x 1799 mm 1205 - 1615 kg
Golf VIII ab 2019 4284 mm x 1789 mm 1315 - 1465 kg


Wenn man den Golf I mit dem Golf VIII vergleicht, so ist das neuste Modell rund 58 cm länger und 18 cm breiter als der erste Golf. (Die Werte sind immer die unteren Werte im Rahmen einer Bandbreite). Das Gewicht hat sich im Laufe der 45 Jahre nahezu verdoppelt.

Modell- und Karosserievarianten

VWs Zugpferd wurde in den vergangenen 45 Jahren in ganz verschiedenen Modell- und Karosserievarianten verkauft - streng nach dem Motto „Die Kuh melken, solange sie Milch gibt“. Neben der klassischen drei- und fünftürigen Schräghecklimousine wurden mit den Jahren eine zwei- und viertürige Stufenhecklimousine, mehrere sportliche Coupés, fünftürige Kombis, Cabrios, Hochdachvarianten des Golf, ein Kompaktvan sowie ein Geländewagen bzw. eine SUV-Version auf den Markt gebracht.

Viele der Varianten haben dabei eigene Markennamen. So heißen die Stufenhecklimousinen Jetta (auf Basis des Golf I, II, V und VI) bzw. Vento (Golf III) und Bora (Golf IV). Die Sportversionen werden unter dem Namen VW Scirocco/VW Corrado verkauft und der Kompaktvan auf Golf-Basis heißt Touran. Die Geländewagen und SUV-Versionen heißen Golf Country bzw. Tiguan.

Motorisierung

Klassischerweise gibt es den VW Golf mit Diesel- und Benzinmotor (Ottomotor).
Die Motorenplatte bei den Benzinern reichte hier vom einfachen Vierzylinder-Vergasermotor bis zum Sechszylinder mit Direkteinspritzung und Turbolader. Inbegriff für Sportlichkeit und Höchstleistung ist bis heute der Golf GTI. Seit dem Golf V ist auch ein TSI Motor im Angebot, der auf einem direkteinspritzenden Ottomotor mit verhältnismäßig kleinem Hubraum basiert. Erstmals kommen zudem die Dreizylinder-Motoren zum Masseneinsatz.
Im Dieselsegment startete man zunächst mit einem einfachen Diesel. Später kam der Turbodiesel als GTD in verschiedenen Motorisierungen dazu. Das Direkteinspritzverfahren für Dieselmotoren findet erstmals im TDI Motor seinen Einsatz. Vom Golf III bis Golf V war auch der SDI (Saugdiesel mit Direkteinspritzung) Motor verfügbar. Es handelt sich um einen Dieselmotor, der mit dem TDI weitgehend baugleich ist, bis auf den fehlenden Turbolader und Ladeluftkühler. Seine Leistungswerte sind daher auch geringer.

Golf und Elektromobilität

Auch VW kann sich nicht dem Ruf nach Elektromobilität entziehen. So wurden 2014 der Golf GTE als Plug-in-Hybridantrieb für den Golf VII und der rein elektrische e-Golf vorgestellt. Die Hybrid-Versionen gibt es ab sofort für den Golf VIII. Als Hybridantriebe werden drei „eTSI“- sowie zwei GTE-Versionen erhältlich sein.
Die eTSI sind Mild-Hybride und leisten 81, 96 und 110 kW (110, 130 und 150 PS). Dabei wird ein 48-V-Bordnetz mit Lithium-Ionen-Akkumulatoren und ein 48-Volt-Riemen-Starter-Generator, der den Anlasser ersetzt, verwendet. Die beiden GTE-Varianten sind wie bereits im Golf VII Plug-in-Hybride, die 150 und 180 kW (204 und 245 PS) leisten und mit der 13 kWh fassenden Batterie ca. 60 km rein elektrisch fahren können. Die rein elektrische Version wird dann durch VW ID.3 ersetzt.

Fazit

Seit nunmehr 45 Jahren ist der Golf ein Erfolgsmodell, man kann sagen „Bester seiner Klasse“. Nicht umsonst wird die Kompaktklasse der PKW als „Golfklasse“ bezeichnet. VW setzt immer wieder neue Maßstäbe und legt die Messlatte für die Konkurrenz immer höher. Der Golf VIII legt jetzt den Grundstein für die Zukunft – im Bereich E-Mobilität und autonomes Fahren. Dennoch besinnt er sich auf seine Tugenden und ist auch optisch immer noch ein „Golf“.

Bilderquellen

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Golf Produktion - Bundesarchiv, B 145 Bild-F054863-0012 / Engelbert Reineke / CC-BY-SA 3.0
VW Golf I - Rudolf Stricker - Eigenes Werk (CC BY-SA 3.0)
VW Golf II - 1-1111 - Eigenes Werk (CC BY-SA 3.0)
VW Golf III - OSX - Eigenes Werk - Gemeinfrei
VW Golf IV - M 93 - Eigenes Werk (CC BY-SA 3.0)
VW Golf V - Stahlkocher - Eigenes Werk (CC BY-SA 3.0)
VW Golf VI - Thomas Doerfer - Eigenes Werk (CC BY-SA 3.0)
VW Golf VII - M 93 - Eigenes Werk (CC BY-SA 3.0)
VW Golf VIII - Alexander Migl - Eigenes Werk (CC BY-SA 4.0)

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